23.04.2014
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Knigge-gerecht kommunizieren: Die Do´s und Don´ts am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz verbringt man viele Stunden am Tag auf engstem Raum, zusammen mit den Kollegen. Dass es dabei auch zu Konflikten kommen kann, ist quasi vorprogrammiert. Beachtet man aber einige Do´s und Don´ts, so kann die Arbeitsatmosphäre positiv beeinflusst werden.

Aufregend, so ein erster Arbeitstag! Man kennt zwar seinen Vorgesetzten, aber nicht immer seine Kollegen. Man weiß, durch welche Türe man gehen muss, aber nicht, wie der Schreibtisch aussieht. Und man ist sich im Klaren darüber, dass man ordentlich gekleidet zu erscheinen hat, aber nicht ob man nicht doch zu dick aufträgt. Doch nicht nur der erste Eindruck ist wichtig, sondern sind für ein gutes Miteinander einige Spielregeln von Bedeutung.

Pünktlichkeit ist eine Tugend

Der beste Beweis für gute Erziehung ist Pünktlichkeit, wusste bereits der deutsche Dichter Gotthold Ephraim Lessing. Und das gilt nicht nur für das zeitgerechte Ankommen am ersten Tag, sondern auch für alle darauffolgende Tage. Denn Pünktlichkeit ist ein Indikator für Verlässlichkeit, auch was Meetings, Geschäftsessen oder Telefonate angeht: Lieber fünf Minuten zu früh als zehn Minuten zu spät! Sollte es nicht anders möglich sein, die Verzögerung telefonisch ankündigen.

Sauber ist professionell

Auch ein sauberer und ordentlicher Arbeitsplatz gilt als Indikator für Professionalität, Gewissenhaftigkeit und Zeitmanagement. Die Symbolik einer ordentlichen Arbeitsumgebung sollte man also gezielt für sich nutzen. Ein Blumenstrauß, ein Foto der Familie oder ein persönlicher Gegenstand verleiht dem Arbeitsplatz einen sympathischen Touch.  Wer einen Hang zum Chaos hat, kann dies gut mit Ordnungssystemen, Laden oder Bürokästen lösen.

Bank oder Brand Agency

Apropos Sauberkeit: Ein Klecks Eigelb auf der Krawatte, ein Spritzer Espresso auf der Bluse – absolute No Go´s! Überhaupt kann man mit Kleidung mehr falsch machen als vermutet. Für den ersten Tag gilt auf jeden Fall dezente Kleidung, Finger weg von extravaganten Farbkombinationen. Wer in einer Bank anfängt, setzt auf Anzug oder Kostüm in Marine, Schwarz oder Grau. Steht der neue Schreibtisch in einem kreativen Unternehmen, darf's der eine oder andere Farbspritzer schon sein. Ist man sich unsicher, wohin die Arbeitskleidung tendiert, sollte man sich entweder in der Personalabteilung erkundigen oder bereits beim Vorstellungsgespräch auf die Kleidung des Gegenübers achten. Beobachten ist überhaupt ein guter Hinweis, vor allem dann, wenn die Jahreszeiten wechseln. Trägt der Chef im Sommer Flip-Flops, darf man selbst auch darüber nachdenken. Um auf Nummer sicher zu gehen orientiert man sich an den Kollegen, die bereits etwas länger im Unternehmen sind und kann ich Zweifelsfall auch nachfragen.

„Du, Chef!“

In kreativen Branchen ist man schnell, sogar mit dem Chef, per „du“. Arbeitet man in anderen Bereichen, kann diese Anrede als respektlos interpretiert werden und ist daher zu vermeiden. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man abwartet, bis der Andere das „Du“ anbietet. Bis dahin sollte man sich in Zurückhaltung üben und beim „Sie“ bleiben. Wichtig in diesem Zusammenhang: Merken Sie sich die Namen Ihrer Kollegen und Vorgesetzten. Das geht einfacher, wenn man beim ersten Gespräch den Namen gleich mehrfach verwendet. Klappt es dann immer noch nicht, kann eine Eselsbrücke oft helfen.

Wer zahlt, schafft an

Eigenarten fallen dann auf, wenn man längere Zeit mit Menschen in einem Raum verbringt, wie etwa in Meetings. Selbstverständlich taucht man dort immer gut vorbereitet und mit Schreibmaterial versorgt auf. Nehmen an diesem Treffen externe Kunden teil, steht man auf, um sie zu begrüßen. Das signalisiert, Respekt und Aufmerksamkeit. Findet dieses Meeting im Rahmen eines Geschäftsessen statt, wartet man am Empfang oder an der Bar, um dann gemeinsam zum Tisch zu gehen. Der Einstig in das Gespräch sollte man mit lockerem Small Talk machen. Erst nach dem Essen folgen die geschäftlichen Angelegenheiten. Denn beim Geschäftsessen gilt: Zuerst essen, dann reden!

Telefonterror

In Restaurants, Wartezimmern sowie in Besprechungen immer eine Plage: Mobiltelefone. Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und können als lästig empfunden werden. Beantwortet man den ankommenden Anruf, kann einem das als mangelndes Interesse ausgelegt werden. Am besten also auf lautlos stellen oder ganz ausschalten, außer der Anruf ist essentiell für das Ergebnis des Treffens. Ist das der Fall, sollte man die Teilnehmer im Vorhinein darüber informieren.

„Gerade in Großraumbüros ist Lärm immer wieder ein Thema. Ohne Wände oder Abtrennungen kann ein hoher Lärmpegel entstehen der schon mal die Nerven strapaziert“ weiß Claudia Pichler von BAR Büros Wien. „Kommt man nicht in den Genuss eines eigenen Büros, sollte man gewisse Spielregeln beachten, damit es nicht zum Krieg mit den Kollegen kommt.“ Vor allem für private Angelegenheiten sollte man sich ein ruhiges Plätzchen suchen, auch sich selbst zuliebe. Klingelt das Mobiltelefon penetrant, telefoniert ein Mitarbeiter oft und laut, ist man herzlich eingeladen, das anzusprechen und ein Bewusstsein für die Lärmbelästigung  zu schaffen.

Kritisier' beim Bier

Kritik sollte immer sachlich sein und freundlich vermittelt werden. Denn mit nichts macht man die Arbeitsatmosphäre schneller kaputt als mit harter Kritik. Konstruktive Kritik kann den Kollegen durchaus auch dazu beflügeln sich mehr anzustrengen und ist manchmal die beste Arbeitsmotivation. Das Wichtigste ist, die Kritik unter vier Augen zu äußern. Damit wird das Gegenüber nicht vor allen anderen bloßgestellt. Also klar und konstruktiv formulieren, was man wünscht und wie dieses Ziel – vielleicht sogar gemeinsam – erreicht werden kann. Haben Sie ruhig Mut auch heikle Themen anzusprechen, wie etwa ein unguter Geruch des Kollegen an heißen Sommertagen oder der penetrante Duft vom Thai-Imbiss in den Büroräumlichkeiten. In diesem Fall ist Feingefühl erforderlich, um zwar die eigene Meinung zu äußern, dem Kollegen dabei aber nicht zu Nahe zu treten. Und falls es der Arbeitsalltag nicht ermöglicht, ein Gespräch dieser Art zu führen – gehen Sie auf ein After Work-Bier! In entspannter Umgebung ist der Kollege möglicherweise auch Anregungen privater Natur gegenüber aufgeschlossener. Außerdem macht es Spaß und stärkt das Teamgefühl!