Die mittelfränkische Polizei bewältigte mit 643 Einsätzen eine arbeitsintensive Silvesternacht. Dennoch zieht das Polizeipräsidium Mittelfranken eine insgesamt positive Bilanz. Die Schwerpunkte des Einsatzgeschehens lagen laut einer Pressemitteilung erwartungsgemäß bei der Bearbeitung von Brandmitteilungen, Körperverletzungen, Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Verkehrsunfällen.
In Petersaurach im Landkreis Ansbach stand vor Mitternacht eine Scheune in Vollbrand. Ein vollständiges Ausbrennen der Scheune war nicht zu verhindern. Das Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude konnten die insgesamt 140 Einsatzkräfte der umliegenden Freiwilligen Feuerwehren jedoch verhindern. Insgesamt wurden drei Personen leicht verletzt. Der entstandene Gesamtschaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen wurden vom Kriminaldauerdienst Mittelfranken übernommen. Die Ansbacher Kriminalpolizei wird die weiteren Ermittlungen zur Brandursache durchführen.
In Ansbach wurde kurz nach Mitternacht ein Brand in der Herbartstraße gemeldet. Beim Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte stand das Mehrfamilienhaus bereits in Vollbrand. Insgesamt waren über 200 Einsatzkräfte der umliegenden Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste und der Polizei vor Ort. Die Bewohner verließen überwiegend selbstständig das Haus und wurden in der gegenüberliegenden Weinberghalle betreut. Vier Personen wurden ambulant behandelt, bei zwei von ihnen lag der Verdacht einer Rauchgasintoxikation vor. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Die Stadt Ansbach kümmerte sich um die weitere Versorgung der Anwohner. Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken führte vor Ort die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen durch. Die weiteren Ermittlungen zur derzeit noch unklaren Brandursache werden vom Fachkommissariat der Ansbacher Kriminalpolizei übernommen. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.
In Lauf an der Pegnitz und Altdorf ereigneten sich in der Silvesternacht Mülltonnenbrände, die auf daneben befindliche Gebäude zum Teil übergriffen. Inwieweit abgebrannte und entsorgte Feuerwerkskörper hierfür verantwortlich sind, wird Gegenstand der Ermittlungen des Fachkommissariats der Schwabacher Kriminalpolizei sein.
Am Erlanger Schlossplatz mussten Beamte der Polizeiinspektion Erlangen-Stadt einen Mann in Gewahrsam nehmen. Kurz nach Mitternacht erhielt die Polizei die Mitteilung, dass aus einer Personengruppe heraus Feuerwerksraketen in Richtung einer Menschenansammlung abgeschossen wurden. Als die Polizei die Personen aufforderte, dies zu unterlassen, schubste ein 27-Jähriger einen Polizeibeamten und leistete erheblichen Widerstand bei den weiteren polizeilichen Maßnahmen. Da sich aus der Personengruppe heraus ein Pulk um die eingesetzten Beamten bildete, musste der Einsatz von Pfefferspray angedroht werden. Gegen den 27-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Die eingesetzten Beamten wurden nicht verletzt.
Abgesehen von den geschilderten Einsätzen verlief die Silvesternacht in ganz Mittelfranken aus Sicht der Polizei eher ruhig. Das Polizeipräsidium Mittelfranken, das durch Einsatzkräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt wurde, zieht insgesamt eine positive Bilanz.