Mittelfranken | Spahn-Gesetz für Hausärzte sinnlos

Kassenpatienten kennen das Problem: man muss manchmal wochenlang auf einen Termin beim Hausarzt warten, von Fachärzten ganz zu Schweigen. Aber das soll sich jetzt mit dem neuen Gesetzesvorschlag von Gesundheitsminister Spahn ändern. Praxisärzte sollen demnach mindestens 25 statt bisher 20 Stunden in der Woche für gesetzlich Versicherte anbieten. Haus-, Kinder-, Frauen-, Augen- und HNO-Ärzte sollen fünf Stunden offene Sprechzeiten ohne Terminvergabe einrichten. Dr. Hans-Erich Singer ist Vorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes für den Bezirk Mittelfranken und hält den Vorschlag für nicht sinnvoll:

"Das geht schon in Richtung Populismus, weil dem Patienten vorgegaukelt wird, die Versorgung würde dann besser werden. Das kann ich aber nicht erkennen. Gerade wenn jetzt die Terminservicestellen auch so gepusht werden sollen, dann müssen Hausärzte ja erstmal freie Valenzen an diese Terminservicestelle melden und die dann über die Servicestelle aufgefüllt werden. Ich kann doch nicht von meinen 50 Stunden dann 10 an die Terminservicestelle melden und die fallen dann weg, für die Patienten, die sonst gekommen wären. Das ergibt alles keinen Sinn".