LK Weißenburg-Gunzenhausen | juckende Hautausschläge - mehrere Gründe möglich

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Das Gesundheitsamt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bekommt zurzeit viele juckende Hautausschläge gemeldet. Wie das Amt berichtet, gibt es hierfür vor allem drei mögliche Gründe. Die Haare der Eichenprozessionsspinner können zu Ausschlägen, Rötungen und Quaddeln führen. Auch Grasmilben sind zurzeit aktiv und ritzen die oberste Hautschicht auf. Wer nach dem Baden in einem See Hautausschlag bemerkt, hat womöglich Kontakt mit Zerkarien gehabt.

Pressemitteilung des Amtes mit allen möglichen Schutzmaßnahmen:

Das Landratsamt weist darauf hin, dass die Beschwerden zwar in der Regel unangenehm, jedoch meist gesundheitlich nicht schwerwiegend sind. Betroffene sollten die jeweiligen Ursachen kennen und geeignete Schutzmaßnahmen beachten.

Eichenprozessionsspinner: Brennhaare können Hautreaktionen auslösen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen von Mai bis Juli auf Eichen vorkommen. Die Raupen bilden ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare aus, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Die Haare können durch den Wind über größere Entfernungen verbreitet werden und auch noch lange Zeit in alten Gespinstnestern aktiv bleiben. Ein Kontakt mit den Brennhaaren kann zu stark juckenden Hautausschlägen, Rötungen und Quaddeln führen. Darüber hinaus sind Augenreizungen, Atemwegsbeschwerden oder allergische Reaktionen möglich.

Geeignete Schutzmaßnahmen sind deshalb: Befallene Eichen und abgesperrte Bereiche meiden, Gespinstnester nicht berühren oder eigenständig entfernen, bei Aufenthalten in betroffenen Gebieten möglichst lange Kleidung tragen, nach dem Aufenthalt Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen sowie Haut und Haare gründlich reinigen.

Grasmilben: Saison mit erhöhter Aktivität
Auch Grasmilben, insbesondere die Larven der Herbstgrasmilbe, sind derzeit verstärkt aktiv. Die winzigen Larven halten sich bevorzugt in Wiesen, Gärten, Parks und an Wegrändern auf. Sie stechen nicht, sondern ritzen die oberste Hautschicht an und nehmen Gewebsflüssigkeit auf. Typisch sind stark juckende Hautveränderungen, die häufig erst mehrere Stunden nach dem Aufenthalt im Freien auftreten. Besonders betroffen sind Bereiche mit engem Kleidungsabschluss wie Knöchel, Kniekehlen, Leisten oder die Taille.

Geeignete Schutzmaßnahmen sind deshalb: Bei Aufenthalten in hohem Gras möglichst geschlossene Schuhe und lange Kleidung tragen, nach Gartenarbeit oder Spaziergängen duschen und Kleidung wechseln, Rasenflächen im häuslichen Umfeld kurz halten sowie der Einsatz von Repellents (abschreckende Wirkstoffe gegen Schädlinge), welche die Zahl der Bisse teilweise reduzieren können.

Zerkarien: Hautausschlag nach dem Baden in Seen
Treten Hautausschläge vor allem nach dem Baden in einem See auf, kann es sich um eine sogenannte Zerkarien-Dermatitis („Badedermatitis“) handeln. Zerkarien sind Larven bestimmter Saugwürmer, die natürlicherweise Wasservögel als Wirte nutzen. Gelangen die Larven versehentlich auf die menschliche Haut, können sie diese kurzzeitig durchdringen, sterben jedoch anschließend ab. Die Folgen sind juckende rote Flecken oder kleine Quaddeln, die meist einige Stunden bis Tage nach dem Baden auftreten. Die Erkrankung ist unangenehm, aber in der Regel ungefährlich und nicht ansteckend. Besonders bei warmen Temperaturen und länger anhaltenden Hitzeperioden können Zerkarien in flachen, ufernahen Bereichen von Seen vermehrt auftreten.

Geeignete Schutzmaßnahmen sind deshalb: Nach dem Baden den Körper möglichst sofort gründlich abtrocknen, längere Aufenthalte in flachen Uferzonen vermeiden, Badekleidung nach dem Schwimmen wechseln sowie Hinweise der zuständigen Behörden und Badeseebetreiber beachten.

Was tun bei Beschwerden?
Bei leichtem Verlauf klingen die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage von selbst ab. Kühlende Umschläge sowie juckreizlindernde Salben können die Symptome lindern. Bei starken Beschwerden, ausgeprägten allergischen Reaktionen, Atemnot oder anhaltenden Symptomen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das Gesundheitsamt beobachtet die Situation weiterhin aufmerksam und steht für fachliche Rückfragen zur Verfügung.

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